Microgreens aus „altem“ Saatgut
Die Ressourcenkaskade (Website von PIA ) in der Permakultur kennt fünf Schritte, um im besten Fall keine Ressourcen zu benötigen:
1.Refuse – Weise das Produkt zurück – kaufe es gar nicht
2.Reduce – Reduziere deinen Ver- und Gebrauch bestimmter Produkte
3.Reuse – Verwende das Produkt weiter
4.Repair – Repariere das Produkt bzw. kaufe möglichst nur reparaturfreudige Produkte
5.Recycle – Verwerte das Produkt, wenn es seine Funktion nicht mehr erfüllt, und führe es (oder Teile davon) wieder in den Kreislauf zurück.
Nun, dass wir irgendwann dem Saatgut und den Schokokeksen nicht widerstehen konnten, werden hoffentlich viele von euch verstehen, d.h. den ersten Punkt haben wir leider nicht erfüllt ABER bei Punkt 2., 3. und 5. sieht unsere Bilanz zufriedenstellend aus.
Aber um was geht es hier eigentlich? Eigentlich nur darum, dass wir unser Saatgut gesichtet haben und bei einigen Kulturen leider feststellen mussten, dass das angegebene „Keimfähig bis“-Datum schon einige Jahre (teilweise 2017) in der Vergangenheit liegt.
Sicher könnten wir es einfach verwenden und vielleicht hätten wir Glück und die Keimrate wäre noch gut, aber irgendwie haben wir Sorge die Anzuchtsarbeit vielleicht doppelt machen zu müssen. Und was das eigene Saatgut der Radieschen angeht, sind wir nicht mehr so ganz euphorisch, ausschließlich auf die eigenen Samen zu setzen, waren doch einige holzige und sehr kleine Radieschen dabei.
D.h. also was machen mit diesem Saatgut? Die Idee, alles einfach auf den Kompost zu geben und zu schauen, ob das ein oder andere Korn dann doch irgendwo aufgeht, hat uns nicht überzeugt. Die Idee, sich mit Microgreens die Zeit bis zur ersten Ernte zu vergrünen, hingegen schon. Bei der Suche nach dem passenden Pflanzgefäß fiel unser Blick in den Gelben Sack. Die Schokokeksverpackung schien sich perfekt als Homebase für die Microgreens zu eignen.
Das Ansetzen der Microgreens ist schnell erledigt: die einzelnen „Abteile“ mit ein wenig Anzuchterde gefüllt, mit einer Sprühflasche gut durchfeuchtet, die Samen der unterschiedlichen Kulturen auf der Erde verteilt, nochmals mit der Sprühflasche gut befeuchtet und zum Fenster gestellt. Um beim Feuchthalten (das ist eigentlich DIE Herausforderung bei der Microgreen-Zucht: die Samen dürfen nicht austrocknen) etwas fauler sein zu können, haben wir aus unserem „das-kann-man-bestimmt-irgendwann-gut-gebrauchen“-Fundus ein passendes „Gewächshaus“ (altes Kühlschrankinventar) organisiert. Mit diesem Setup können die Samen keimen & wachsen und wir können ernten, auch wenn wir mal das Gießen vergessen.





